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Der Gang in die Cloud: Die Vor- und Nachteile

By: Lena Schneider und Stefan Theis

Im ersten Teil der Blogreihe „Licht im Dunkeln der Cloud“ wurde thematisiert, worin sich die klassische On-Premises-IT und die Cloud in Bezug auf das SAP S/4HANA-System unterscheiden. Welche Vor- und Nachteile mit der Migration in die Cloud einhergehen? Und wie diese den Entscheidungsprozess innerhalb eines Unternehmens beeinflussen können? Damit setzt sich der zweite Teil auseinander. 

Die bereits aus Teil eins der Blogreihe bekannte Tabelle lässt sich unterschiedlich betrachten. Eine Bewertung der entsprechenden Blickwinkel kann dabei unterstützen, Vorteile für die Migration in die Cloud zu finden, aber auch Bedenken aufzudecken.

 

Verantwortung vs. Abhängigkeit

Ein denkbarer Blickwinkel ist der Systembetrieb. Damit ein System für die Anwender kontinuierlich zur Verfügung steht, muss teilweise erheblicher Aufwand betrieben werden. Ein Beispiel in diesem Kontext ist, dass es einer ausreichenden Internetversorgung bedarf, um das Rechenzentrum lokal am eigenen Standort zu betreiben. Aufgrund einer schlechten Internetanbindung ist es eventuell nicht möglich, eine solch redundante Versorgung zu schaffen, wie sie für den Anspruch der Verfügbarkeit an die Anwendung notwendig wäre. In diesem Fall könnte die Lösung darin liegen, die Infrastruktur des Rechenzentrums extern anzumieten, sämtliche Infrastruktur darüber aber in das Rechenzentrum mitzunehmen. Dadurch begibt man sich natürlich automatisch in eine Abhängigkeit.

 

Statisch vs. Dynamisch

Auch das Upgrade-Verhalten des SAP-Systems ist ein Aspekt, der in die Betrachtung miteinfließen kann. Einigen SAP-Kunden fällt es schwer, das ERP-System upzugraden, also einen Releasewechsel durchzuführen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Dazu zählt unter anderem, dass die Hardware und die Schnittstellen das Zielrelease unterstützen müssen. Oder es sind vielleicht verschiedene Add-Ons im Einsatz, bei denen es zu überprüfen gilt, ob sie im Zielrelease laufen. Doch wenn man im S/4HANA-Umfeld unterwegs ist und die neuesten Funktionen wie die FIORI-Technologien oder die HANA Datenbank-Features nutzen möchte, führt kein Weg an den regelmäßigen Updates vorbei. Daher wird möglicherweise das Ziel eines dynamischeren oder flexibleren Update-Verhaltens verfolgt.

Mit dem Gang in die Cloud lässt sich dieses Vorhaben realisieren. In der Endausbaustufe ist man lediglich Konsument der Applikation und überlässt es dem Outsourcing- oder Cloud Computing-Anbieter, die Releasewechsel durchzuführen. Dies geschieht nahezu transparent.

 

Flexibilität vs. Standardisierung

Die neu gewonnene Dynamik verdrängt allerdings die Flexibilität. Während im On-Premises-Umfeld noch absolute Unabhängigkeit herrscht, unbegrenzt Z-Entwicklungen integriert werden können usw., geht diese mit dem Schritt in Richtung Software as a Service (SaaS) zunehmend verloren.

 

Cloud ja? Cloud nein?

Um die finale Entscheidung für oder gegen den Gang in die Cloud zu treffen, sollte man sich schließlich fragen: „Genügt es am Ende des Tages, wenn nur noch die Daten mir gehören? Steckt dort die reine Intelligenz in Bezug auf das ERP-System des Unternehmens? Oder liegt diese nicht auch in der Applikation? In stetig gewachsenen Prozessen, Erweiterungen und Add-Ons?“

Natürlich kann die Standardisierung auch eine gute Möglichkeit sein, sich von Altlasten zu befreien. Welche Wahl letztendlich getroffen wird, bleibt jedem selbst überlassen. Fällt der Entschluss, das S/4HANA-System in der Cloud zu betrieben, stehen verschiedene Betriebsmodelle zur Verfügung.

Welche das sind? Das verrät Ihnen der letzte Teil unserer Blogreihe.

Sie haben Fragen? Wir sind für Sie da.

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