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VUCA: Die neue Unübersichtlichkeit in der Supply Chain

Schaubild VUCA

© Nadezhda Kozhedub – iStock

Wer es gerne einfach und eindeutig mag, der wird sich in der aktuellen Welt- und Wirtschaftslage eher unwohl fühlen. Das Akronym VUCA kennzeichnet die momentane Situation der Lieferketten und ganz allgemein der industriellen Produktion. Die vier Buchstaben stehen für Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity (Volatilität, Ungewissheit, Komplexität, Mehrdeutigkeit). Genau das beschreibt den gegenwärtigen Supply-Chain-Zustand mehr als treffend.

By: Gerald Scheffels für GIB

Aufgrund diverser Disruptionen müssen Unternehmen pausieren, woraufhin ihre Kunden nicht mehr produzieren können. Häfen werden stillgelegt, Schiffe für den Welthandel stauen sich, es gibt zu wenig Container, und auch Kabelbäume sowie weitere Rohstoffe, zum Beispiel für die Batterie- und Halbleiterindustrie, werden knapp. Durch die neuesten Entwicklungen ist zudem die mittelfristige Energieversorgung, vor allem mit Gas, ungewiss. Die internationale Logistik ist gewaltig aus den Fugen geraten, die Liefer- und Versorgungsketten funktionieren nicht mehr wie gewohnt.

Die Instabilität in der Wertschöpfungskette nimmt zu

Fairerweise muss man sagen: Der Begriff VUCA, der jetzt so in Mode gekommen ist, wurde schon in den 1990er Jahren geprägt. Nichts Neues also unter der Sonne? Fällt der Industrie erst jetzt auf, wie komplex und unvorhersehbar alles ist? So ist es nicht. Vielmehr haben sich Unsicherheit und Komplexität in mehr als 25 Jahren noch erheblich beschleunigt. Die Supply Chain ist nochmals deutlich instabiler geworden und derzeit kommen mehrere „Großereignisse“ zusammen, die für zusätzliche Ungewissheit sorgen.

Und – da sind sich die Experten einig – es wird nicht besser werden. Für Planer, Einkäufer, Geschäftsführer und sonstige Entscheidungsträger bedeutet das: Es gibt dringenden Handlungsbedarf, um das Unternehmen zukunftsfest zu machen.

Was tun? Genau beobachten und agiler werden!

Wie das geschehen sollte? Zwei Dinge sind hier besonders wichtig.

  • Erstens: Die Lage beobachten und gegensteuern – durch aufmerksames Beobachten, sorgsames Planen und konsequentes Handeln.
  • Zweitens: Das Unternehmen und seine Strukturen gezielt in Richtung Agilität entwickeln. Wenn die Lage unübersichtlich ist, kann das Schnellboot besser reagieren als der Tanker.

Auch das „Mindset“ der Verantwortlichen muss sich ändern

Um ein Unternehmen agiler zu machen, reicht es nicht aus, einen neuen Prozess einzuführen oder das Unternehmen neu zu strukturieren. Vielmehr muss sich auch das „Mindset“ der Verantwortlichen ändern. Konkret: Die Entscheider müssen immer mit Veränderungen rechnen und für alles Denkbare und Undenkbare einen Plan B in der Schublade haben. Sie sollten Reserven, beispielsweise an Zulieferprodukten, Ersatzteilen, Personal und Zeit, einplanen. Denn die Wege könnten länger und die Ressourcen knapper werden, wichtige Teile plötzlich nicht mehr lieferfähig sein.

Dieser Aspekt ist in der Vergangenheit – Stichworte (Kosten-)Optimierung, Wettbewerbsdruck, Globalisierung – immer stärker in den Hintergrund geraten. Die Folgen sind nun sichtbar: Die Supply-Chain-Prozesse sind oft „auf Kante genäht“. Sie können schon durch relativ kleine Beeinträchtigungen gestört werden.

Die richtige Software einsetzen

Mindestens ebenso wichtig wie das richtige „Mindset“ ist eine Digitalisierungsstrategie, die bei der Optimierung der Supply Chain letztlich eine Software-Strategie ist. Wenn alle relevanten Abläufe und Prozesse digitalisiert, das heißt in Software abgebildet sind, lassen sie sich besser planen, steuern und überwachen. Und der Anwender hat ein gutes Instrument für die „Früherkennung“ von Unregelmäßigkeiten in der Hand.

Viele Leser werden jetzt denken: „Software, die Prozesse abbildet? Haben wir doch!“ – und sich bestens vorbereitet fühlen: Alles richtig gemacht! Ganz so ist es leider meistens nicht. Durchgängige IT-Systeme (ERP, MES, PPS…) sind schon gut, aber kein Allheilmittel. Sie können (und sollten) durch Tools, etwa zur Beobachtung der Supply Chain, noch optimiert werden – damit der Anwender die komplette Lieferkette genau im Blick behalten und bei Bedarf schnell handeln kann.

Ziel: Eine stabile und flexible Supply Chain – trotz VUCA

Wie lässt sich dieses Ziel erreichen? Darüber kann man gemeinsam mit Experten auf den GIB SUCCESS DAYS 2022 diskutieren. Die SCM-Fachtagung steht unter dem Motto „stabilize. balance. reimagine. Mehr Stabilität für Ihre Supply Chain.“ Dort erfahren Sie, wie VUCA Ihre Supply Chain beeinflussen kann, welche Herausforderungen Sie in Zukunft meistern müssen und warum es so wichtig ist, dass Sie sich schon jetzt darauf vorbereiten.

Die Kernfrage lautet natürlich: Wie müssen Unternehmen und die Prozesse strukturiert sein, um stabil und damit „zukunftsfest“ zu sein? Die Antwort heißt, man glaubt es kaum, auch VUCA. Hier stehen die Buchstaben aber für „Vision, Understanding, Clarity, Agility“ (Vision, Verständnis, Transparenz, Agilität). Wenn Sie dieses Leitbild umsetzen – im Mindset und auch in der IT – wird Ihre Supply Chain stabiler, elastischer, flexibler und weniger anfällig gegen Störungen.

Der Siegener Softwarehersteller GIB berät Sie auf diesem Weg.

Sie möchten an den SUCCESS DAYS teilnehmen und gemeinsam mit dem GIB-Team, demJournalisten und China-Experten Frank Sieren sowie dem Fachmann für digitale Transformation und Business Development, Prof. Tim Bruysten, in Austausch treten?

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